Therapie des UCV

Die Therapie des Ulcus  Cruris  venosum

 

...gibt es nicht! Jede Wunde folgt zwar z.T. gleichen Prinzipen muss aber prinzipiell individuell behandelt werden.

 

Generell wird zwar zuerst die Wunde mit einem Verband versehen aber die eigentliche Therapie ist die Kompression. In diesem Fall der Unterschenkel.

Es ist nötig das die behandelnden Kräfte den kausalen Zusammenhang zwischen Kontinuität der Therapie und dem Erfolg der Wundheilung verstehen und ihr Handeln danach ausrichten.

Das heißt nicht nur das die Kompressionsbandage und Medizinischen Kompressionsstrümpfe  korrekt angezogen werden, sondern diese auch regelmäßig kontrolliert und angepasst werden; das der Betroffene für die Mitarbeit und Selbstbeobachtung sensibilisiert und geschult wird; das des weiteren die Verbandswechsel von qualifizierten Kräften und das zu den benötigten Zeiten durchgeführt werden und diese in Abstimmung miteinander vorgehen, u.s.w. .

 

Es ist zu beachten das der Arzt für Kompressions- und Verbandsmaterialien, für medikamentöse Therapeutika die Anordnungsverantwortung und z.B. die Pflegekraft die Durchführungsverantwortung trägt. Eine Diagnosestellung muss erfolgen bevor mit einer erfolgersprechenden und nichtgefährdenden Therapie begonnen werden kann!

In der Praxis sind jedoch Ärzte meist froh über Vorschläge von erfahrenen Nichtakademikern mit Kenntnis über die im Haus verwendeten Verbandsmaterialien.

 

Kompressionstherapie

 

Die Indikation und Intensität der Kompressionstherapie richtet sich neben der Diagnosestellung nach dem Ausmaß der Stauung, welche nachweislich als Primäre Ursache des Ulcus cruris venosum als Folge einer Grunderkrankung genannt werden kann.

Ohne eine konsequente Kompressionstherapie ist in der Regel kein Erfolg der Wundheilung zu erwarten oder eine Rezidivbildung ist vorprogrammiert.

 

Am akut gestauten Bein ist neben der Apparativen Behandlung eine Therapie mittels Kurzzugbinden das Mittel der Wahl. Hiermit kann der jeweils erforderliche Kompressionsdruck „anmodelliert“ werden. Die Form eines derartig angeschwollenen Beines lassen in der Regel gar keine Strumpfpassform zu. Da Kurzzugbinden aus Ihren Eigenschaften heraus nur als Widerlager für die darunter liegenden Muskeln dienen ist es essentiell das der Betroffene die Muskeln der unteren Extremitäten bewegt und belastet. Gehen erweist sich als optimal wenn möglich da hierbei alle erforderlichen Muskeln physiologisch und in ausreichendem Maße durchbewegt werden.

 

Da die Haut am betroffenen Bein erfahrungsgemäß  trocken, dünn und anfällig für mechanische Verletzungen ist, ist ein Hautschutz durch einen Schlauch-Netzverband empfehlenswert. Unter dem Verband tiefliegende Strukturen z.B. um den Knöchel, neben der Achillessehne müssen durch Unterpolsterung Kompensiert werden. Dies erfordert Wissen und Erfahrung und beweist wieder das hier keine ungeschulten Kräfte wirken dürfen.

Die Haut benötigt dem Zustand und Alter entsprechende Reinigung und Pflege.

 

Wenn das Bein entstaut wurde kann in eine Erhaltungstherapie z.B. mittels Medizinischer Kompressionsstrümpfe der Kompressionsklassen II zur Prophylaxe einer Rezidivbildung und III bei bereits abgelaufenen Rezidiven übergeleitet werden.

 
 
 

Hierzu gibt es verschieden Anziehhilfen womit die Motivation des Betroffen die Strümpfe selbst an und aus zu ziehen erheblich gesteigert werden wenn dies dadurch erleichtert wird. Denn auch hierbei ist es von enormer Bedeutung das der Betroffene auch nach dem Klinikaufenthalt, sofern stattgefunden, über die Notwendigkeit der Fortführung der Therapie informiert ist, diese versteht, akzeptiert und sein Handeln danach ausrichtet. Erst dann sind beste Vorraussetzungen für die Vermeidung eines Rezidives geschaffen. 

 

 „Der Weg zur Heilung einer chronischen Wunde muss nicht lang aber konsequent sein“

 
 
 

Autor: GKP Falko Schletter, Wundexperte ICW

Quelle: keine