Das UCV

Das Ulcus cruris venosum

 

Lat.Ulcus – Geschwür

Lat.crus – Schenkel

Lat.Vena - Vene

 

Das Ulcus cruris venosum ist wie der Name schon sagt ein Geschwür/eine Wunde am Schenkel – meist Unterschenkel welches primär durch ein Venenleiden verursacht oder begünstigt wurde.

Venenleiden(Venopathien) an sich können wiederum verschiedene Ursachen haben. z.B. als Folge einer Krankheit wie Phlebothrombose, Thrombophlebitis, Neuropathien einer Hormonellen chronischen Venenerweiterung oder Venenklappeninsuffizienzen. Sie können aber auch durch langjährige  Fehlbelastungen z.B. Stehende/Sitzende Arbeit oder tragen von Schuhen mit hohen Absätzen hervorgerufen werden.

Eine genetische Präposition kann der Verlauf dieser Krankheitsentstehung im Wesentlichen beeinflussen.

Durch dieses Veneleiden kommt es zu einem Venenstau. Das venöse Blut fließt langsamer/erschwert zum Herzen zurück wodurch es zu einer Venösen Hypertonie (Überdruck im Venösen Gefäßsystem) kommt. Diese erweitert wiederum die Venen, die Venenklappen schließen  nicht ausreichend, der Stau wird weiter begünstigt... ein „Teufelskreis“ mit schwerwiegenden Folgen...welcher sich bis ins Gewebe mit all seinen Bestandteilen zieht.

Normalerweise besteht in den Venolen (kleinste Venen zwischen Kapillarbett und Venen) und im venösen Kapillarbett ein geringerer Druck als im Gewebe. Dadurch haben die Stoffe im Gewebe (hauptsächlich Wasser und Ausscheidungen der Zellen) die Möglichkeit aus dem Gewebe durch die semipermeable (halbdurchlässige) Venenwand ins Blut „gespült“ zu werden.

Da aber nun im venösen System ein bedeutend höherer Druck herrscht kann auch hier nichts mehr „fließen“ . Das Gesamte System läuft langsamer oder steht sogar ganz still!

 

Durch diese verminderte Rückresorption der im Kapillarbett ausgeschwemmten Stoffe und der damit vermischtem  Ausscheidungen der Zellen und Wasser in das Venöse System kommt es zu einer „Versumpfung“ des Gewebes. Es kommen keine neuen Nährstoffe mehr zu den Zellen und es werden keine „Abfallstoffe“ mehr abtransportiert.

Aber da es kein Leben ohne Nährstoffe gibt liegt hier der Tod der Zellen auf der Hand.

 

Vorzeichen dieses Geschehens sind für den Betroffenen am Anfang kalte Füße, schlecht/langsam heilende Wunden, später evtl. Gefühlsstörungen und Ödeme.

Im weiteren Verlauf wird das Ausmaß erst sichtbar:  Die Haut färbt sich blass, wird trocken, später rot - braun - schwarz. Es entsteht eine Wunde. In diesem Fall am Unterschenkel. Typische Lokalisation ist die Schienbeinseite der Unterschenkel-unteres Drittel. Oder es wird eine Wunde gesetzt, z.B. durch eine mechanische Verletzung, welche dann nicht heilt oder sogar noch im Ausmaß zunimmt.

...das Ulcus cruris venosom!


 Ulcus cruris venosum nach Entstauung, beginn der Epithelisierung

Ohne eine konsequente Therapie gibt es hier in der Regel keinen Ausweg.

 

„Der Weg zur Heilung einer chronischen Wunde muss nicht lang aber konsequent sein“

 

Autor: GKP Falko Schletter, Wundexperte ICW

Quelle: keine